Die Unter- und Hintergründe, die ihr auf meinen Fotos seht, mache ich meistens selber. Die Gestaltung bringt mir viel Spaß. Außerdem sind selbst gestaltete Untergrunde Unikate und machen eure Fotos noch persönlich.

Ich hatte schon lange vor ein DIY zur Gestaltung von Fotountergründen zu posten. Jetzt habe ich es endlich geschafft. Dass ich eine Anleitung machen könnte, fiel mir leider erst ein als ich mit meiner Arbeit fertig war. Deshalb habe ich keine Schritt-für-Schritt-Fotos von der Bemalung. Aber ich beschreibe dann mit Worten alles für euch. Hoffentlich auch verständlich. Und bei Fragen, ihr wisst ja, immer her damit!

Bevor ich zur eigentlichen Anleitung komme, erzähle ich noch wie ich Untergründe bisher gemacht habe:
Es gibt im Baumarkt Funierplatten in verschiedenen Stärken und Größen. Die lassen sich ganz wunderbar bemalen und bearbeiten. Auf den Fotos in den verlinkten Beiträgen habe ich solche Platten benutzt.
Im Vorfeld sollte man sich ein paar Gedanken zur Gestaltung machen. Zum Beispiel die passende Farbe. Auch wenn Zitronengelb eure Lieblingsfarbe ist, passt die Farbe zu euren Fotos? Es nützt euch ja nichts, wenn ihr viel Zeit und Liebe in die Herstellung eures ersten knallgelben Untergrunds steckt und am Ende könnt ihr ihn nur einmal benutzen, weil er nie wirklich zu eurer Bildsprache passt.
Grautöne gehen ja eigentlich immer. Weiß allein, oder in reduzierter Kombination mit einer Farbe funktioniert auch prima. Wenn ihr einem weißen Untergrund etwas Struktur verpasst, zum Beispiel mit Spachtelmasse, ist das auch schon wirkungsvoll.
Dunkle Farbtöne sind bei dunkleren stimmungsvollen Fotos geeignet. Ihr werdet bestimmt zu neutralen Farben tendieren, aber probiert auch mal irgendwann kräftige Farben aus. Wenn ihr allerdings hauptsächlich grünes, rohes Gemüse fotografiert, macht ein salatgrüner Untergrund wenig Sinn, da könnte man mit Komplementärkontrasten arbeiten, so schafft ihr ein sehr plakatives Bild. Ich würde den Untergrund nicht zu unruhig gestalten. Ansonsten sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt. Einfach ausprobieren!
Jetzt aber macht ihr als erstes aus Holzbrettern einen Untergrund im Vintage-Look. Übrigens: Ich hab das mit den Brettern auch zum ersten Mal gemacht. Los geht´s:

Ihr braucht:

  • ca. 12 unbehandelte Holzbretter aus Fichte (meine haben die Maße 950 mm x 90 mm x 18 mm) Die Anzahl der Bretter hängt von der gewünschten Größe des Untergrunds ab.
  • Cutter oder Schnitzmesser (ich habe einen Cutter genommen)
  • passende Schrauben
  • Akkuschrauber
  • Acrylfarben in schwarz, braun und weiß (Alternativ gehen auch Wandfarben für den Innenbereich)
  • breiter Pinsel
  • altes Geschirrtuch
  • alte Schüssel zum Farbe mischen

Die Holzbretter sollten nicht zu dünn und nicht dick sein. Eine Stärke von 15 mm bis 20 mm ist gut. Sind sie zu dünn, biegt sich das Holz eventuell durch. Wenn sie sehr dick sind, wird der Untergrund unnötig schwer. Dann achtet darauf, dass es ein weiches Holz ist, damit ihr es gut mit dem Messer bearbeiten könnt. Außerdem ist es sehr wichtig, das die Bretter eine gut sichtbare Maserung haben und Äste zu sehen sind. Das Holz muss lebendig aussehen. Ich habe die Fotos gemacht, als der Untergrund schon fertig war. Man sieht aber auch auf der Unterseite die Maserung und Unebenheiten des Holzes gut.
Fotountergrund selber machen Fotountergrund selber machenFotountergrund selber machen

Meine Untergrundfläche besteht aus10 Brettern. Zwei Bretter liegen links und rechts quer darunter. Von oben werden die Bretter mit dem Akkuschrauber auf die beiden unteren Bretter festgeschraubt. Wählt die Schrauben lang genug, aber nicht so lang, dass sie auf der unteren Seite rauskommen.
Fotountergrund selber machenBevor ihr den Untergrund anmalt, bearbeitet ihr ihn mit dem Messer oder Cutter.
Altes verwittertes Holz hat verschiedene Risse, Vertiefungen und unebene Kanten. Schaut euch mal im Internet Bilder von alten Holzplatten und verwittertem Holz an.
Diese Vertiefungen und Unebenheiten schnitzt ihr mit dem Messer in das Holz. Die Risse können ruhig ein paar Millimeter tief und bis zu 4 mm breit sein. Dabei vorsichtig sein! Schneidet keine Vertiefung in eure Finger! Ich habe einen hochwertigen Cutter benutzt, es hat mit dem ganz gut funktioniert hat. Schnitzmesser wären aber wohl etwas professioneller. Bei den unteren Bildern, seht ihr ein paar eingeritzte Kanten und einen Risse.
In jedes Brett solltet ihr verteilt ca. 3 oder mehr unterschiedlich lange und tiefe Risse ritzen. Auch die Kanten an allen Brettern stellenweise uneben machen. Seid ihr damit fertig fangt ihr mit dem Lasieren des Holzes an.
Fotountergrund selber machen

Fotountergrund selber machenEs gibt insgesamt drei Lasuren. Für die 1. Lasur mischt ihr Wasser (ca. 200 ml) mit etwas schwarzer Acrylfarbe und brauner Acrylfarbe (Schokoladenbraun hab ich genommen). Ich habe es nach „Gefühl“ gemischt und würde mal sagen man braucht einen guten 1 EL schwarze Farbe und 1 EL braune Farbe. Vielleicht etwas mehr. Testet eure Mischung auf dem Holz an einer Stelle am Rand.
Durch diese erste Lasur übermalt ihr den natürlich warmen, hellen Holzton und bewahrt euch trotzdem die Holzoptik. Macht die Lasur nicht zu dick. Nicht die Unregelmäßigkeiten im Holz weg pinseln. Ihr tragt eure wässrige schwarz/braune Lasur gleichmäßig auf. Überall muss die Lasur hin, auch in die Vertiefungen. Eure Platte hat jetzt eine dunkelbräunliche Farbe angenommen, ihr seht aber noch die Holzstruktur. Wenn die Lasur etwas eingezogen ist, mit einem Tuch noch mal vorsichtig drüberwischen und abtrocknen. Auf dem Bild unten seht ihr immer noch die Äste und Teile der Maserung nach der finalen 3. Lasur.
Fotountergrund selber machenBevor ihr die 2. Lasur auftragt, die 1. Lasur vollständig trocknen lassen.
Die 2. Lasur hat einen mittleren Grauton. Sie besteht wieder aus ca. 200 ml Wasser, weißer und schwarzer Acrylfarbe. Probiert einfach mal aus, wie viel von jeder Farbe ihr braucht. Ich hatte etwas mehr Weiß als Schwarz genommen. Auch hier soll die Lasur deckend sein, aber nicht die Struktur des Holzes überdecken. Ihr könnt ja an einer Stelle an der Kante die Farbe auf dem Holz ausprobieren und wenn es euch noch nicht gefällt, schnell abwischen und die Lasur anpassen. Findet ihr den Grauton von der Konsistenz und Farbe gut, dann auf das Holz auftragen. Es darf ruhig an einigen Stellen etwas mehr Farbe sein. Es soll ja etwas fleckig und unregelmäßig werden.
Ist die Farbe wieder vollständig getrocknet, kommt Lasur Nr. 3 ins Spiel. Wieder ca. 200 ml Wasser mit weißer Farbe und schwarzer Farbe mischen. Jetzt tönt ihr das Weiß aber nur mit etwas schwarzer Farbe ab. Ihr mischt euch ein ganz, ganz helles Grau. Diese Lasur pinselt ihr dünn über den gesamten Untergrund. An einigen Stellen gerne auch etwas dicker.
Auf dem unterem Foto seht ihr diese dunklen Flecke auf dem Holz. Die bekommt ihr, indem ihr die die Farbe mit einem Tuch wieder vorsichtig abtupft:
Mit dem Pinsel tragt ihr so viel Farbe auf, dass kleine unregelmäßige Pfütze stehen bleiben. Die Pigmente setzen sich nach kurzer Zeit ab und es wird fleckig. Macht einfach mal ein paar große und kleine Kleckse. Also weiße Farbpfütze machen, diese einwirken lassen und mit einem Tuch die Farbe wieder aufnehmen. Nicht wischen, das Tuch rauflegen, andrücken und abnehmen.

So fahrt ihr mit eurem Untergrund fort. Wenn ihr fertig seit, lasst ihr die Farbe trocknen. Seid ruhig etwas stolz, ihr habt eurer erstes Setdesign gemacht. Man braucht ein bisschen Übung für das Anfertigen der Untergründe, aber ich bin mir sicher ihr bekommt die ganz schnell.
Fotountergrund selber machenHier noch ein paar Impressionen, wie ihr meine Bretterwand auf Fotos aussieht. Hier zum Beispiel als Untergrund. By the way: Der Teller ist ein neues selbstgetöpfertes Familienmitglied.
Fotountergrund selber machen- altes HolzFotountergrund selber machen- altes HolzFotountergrund selber machen- altes Holz
Fotountergrund selber machen- altes HolzHier die Bretterwand als Hintergrund. Funktioniert auch gut.
Fotountergrund selber machen- altes HolzFotountergrund selber machen- altes HolzFotountergrund selber machen- altes Holz

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